Trotz Angriffslust blieb nur der Vizetitel

Tischtennis-Kreismeisterschaften im „Corona-Fieber“

Von Jens Burmester

Barendorf / Lüneburg. Der 3. Oktober 2020 stand ganz im Zeichen „30 Jahre Deutsche Einheit“. Sportlich gesehen war dieser Tag in der hiesigen Region von den Kreisindividualmeisterschaften des Tischtennis-Kreis-Verbandes Lüneburg (TTKV) geprägt. TTKV-Chef Michael Bitschkat und sein Sportwart Matthias Meyer hatten zusammen mit dem TTKV-Seniorenbeauftragten Jörn Rieckmann in einem Kraftakt unter erschwerten Bedingungen und einem typisch deutschen und völlig überflüssigen Bürokratie-Wahnsinn durch die üble „Corona“-Pandemie das Event sorgsam und professionell über die Bühne gebracht.

Davon ließen sich die 64 Aktiven aus den 23 Vereinen des TTKV (ca. 500 Spieler in den TTKV-Klubs) nicht aus der Ruhe bringen. Sie frönten ihren Ballsport, zeigten den wenigen Zuschauern in der schmucken Sporthalle des TuS Barendorf schnelle Ballwechsel und tolle, mitreißende Spiele. Auch die Tischtennis-Abteilung der Lüneburger SV war mit dem Quintett Jörn Rothe (Q-TTR-Wert: 1400), Gerrit Godau (Q-TTR-Wert: 1361), Carsten Klinge (Q-TTR-Wert: 1324 | alle 1. Kreisklasse B), Lothar Krüger (Q-TTR-Wert: 1144 | 3. Kreisklasse) und Stefan Schinkel (Q-TTR-Wert: 1103 | 4. Kreisklasse) vertreten.

Während Carsten Klinge, Lothar Krüger und Stefan Schinkel in der Gruppenphase trotz Kampfgeist und Ehrgeiz scheiterten, schaffte es Gerrit Godau immerhin bis zum Viertelfinale, musste dort gegen Marco Hillmer (TuS Barendorf) eine schmerzliche 0:3-Niederlage einstecken. „Im Punktspiel gibts eine Revanche gegen Marco, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, kündigte Gerrit Godau sein Vorhaben mit leisen Tönen an. Für seinen Vereinskamerad Jörn Rothe liefen die Meisterschaften perfekt. Der 53-jährige wurde Vizekreismeister bei den Herren III – Einzel. Während er in der Vorrunde Oliver Hank (TSV Mechtersen-Vögelsen) und Felix Neumann (Dahlenburger SK) ausschaltete, traf er im Endspiel auf Michael Kümmel (TSV Bardowick). Der Titelgewinn war greifbar nahe, der Bardowicker setzte aus der Abwehr heraus spielerische Akzente und meisterte fast alle Schmetterbälle von Jörn Rothe. „Daran bin ich leider gescheitert. Nächstes Jahr greifen wir wieder an“, versprach der LSVer mit einem lachenden und weinenden Auge.

Für die fünf Aktiven der LSV war der 3. Oktober 2020 ein Tag wie jeder andere – nur eines überwog: Der sportliche Aspekt getreu dem olympischen Gedanken: Dabeisein ist alles. Und die Kameradschaftspflege untereinander fand prima Anklang. Wie heißt es so schön: Sport verbindet.

LSVer Jörn Rothe (rotes Trikot) setzt im Endspiel voll auf Angriff. Foto: privat
Blick auf die Abschlusstabelle in der Gruppenphase Herren III - Einzel. Foto: privat
Die Sporthalle Barendorf während der Kreismeisterschaften. (Vorne am Tisch rechts): Stefan Schinkel (LSV | hinten) mit seinem Gegner Bjarne Jessen (TuS Barendorf) Foto: jb
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