Mit drei Vorsitzenden in die Zukunft

Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch erstmals zu Gast beim Integrationsverein – Geschäftsjahr 2021 mit Gewinn

Von Jens Burmester

Lüneburg. Um die Arbeitsabläufe im Vorstand der Lüneburger SV weiter zu bündeln, hat der heute 429 Mitglieder große Klub erstmals in der Vereinsgeschichte einen zweiten stellvertetenden Vorsitzenden (3. Vorsitzender) in die Neufassung der Vereinssatzung mit aufgenommen. Auf der Jahreshauptversammlung (22. April 2022), die im Rekordtempo in nur 60 Minuten abgehalten wurde, harmonisch und in geordneten Bahnen verlief, votierten die 45 stimmberechtigten Delegierten einstimmig für das reformierte Regelwerk.

Gleichzeitig wurde der Vorstand neu gewählt. Ralf Pagels (47), der bereits von 2009 bis 2019 die Geschicke des Klubs leitete, trat bei sechs Enthaltungen für nunmehr drei Jahre in seine zweite Amtszeit als 1. Vorsitzender ein. Erstmals neuer dritter Vorsitzender ist Dennis Lauterschlag, der aus privaten Gründen nicht teilnehmen konnte, seine Bereitschaft aber schriftlich signalisierte. Der 36-Jährige wurde bei vier Enthaltungen gewählt. Den Vorstand komplettieren Schatzmeister Martin Yaku und Schriftführer Jens Burmester.

24 Tage nach der letzten Mitgliederversammlung Anfang September 2021 zog der damalige Klubchef Sebastian Paepke die Reißleine und trat aus persönlichen Gründen zurück. Manfred Schestak wurde übergangsweise kommissarisch eingesetzt.

Der neugewählte Vorstand zeigte sich erfreut über den Antrittsbesuch von Lüneburgs Stadtoberhäuptin Claudia Kalisch, die ihren ersten repräsentativen Termin von einem der 57 Stadtvereinen mit insgesamt 15.340 Mitgliedern beim seit 24 Jahren bestehenden Integrationsklub wahrnahm. Die 49-Jährige – am 27. April begeht sie einen runden Geburtstag – dankte die LSV ausdrücklich für die ganz wichtige Arbeit, die der Klub im größten Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor als Integrationsverein leistet. „Viele Menschen trainieren hier im Verein und sind ein selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft und damit auch in der Stadtgesellschaft“, machte die Oberbürgermeisterin deutlich. Claudia Kalisch weiter: „Wir wissen als Hansestadt, wie entscheidend es für die Entwicklung des Sports in Lüneburg ist, Nachwuchs für den Verein und auch für wichtige Ämter zu finden. Der Sport und die Sportvereine sind für Lüneburg wichtige Orte des Miteinanders.“ Als „Stammgast“ konnte der Vorstand Uwe Nehring vom Quartiersmanagement Soziale Stadt Kaltenmoor begrüßen.

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar haben mehr als 2,7 Millionen Menschen den osteuropäischen Staat gen Westen verlassen, mehr als 200.000 von ihnen erreichten bislang Deutschland. Sollten sie auch die Hansestadt Lüneburg aufsuchen und sich einem der 156 Sportvereinen im Kreissportbund Lüneburg anschließen, hat die Führungsetage der Lüneburger SV entschieden, dass diese Menschen beitragsfrei ihren Sport nachgehen dürfen.

Trotz Fortbestand der Corona-Pandemie hat der neuntgrößte Stadtverein im Kreissportbund Lüneburg die zwei Jahre Virus-Krise relativ gut verkraftet. Das Geschäftsjahr 2021 schloss die LSV trotz Covid-19 mit einem Gewinn  6.834,64 € ab. In seinem letzten Bericht machte der scheidende kommissarische Vorsitzende Manfred Schestak auf die umfangreiche Sanierung des Schulsportplatzes Kaltenmoor aufmerksam. Im Mittelpunkt steht dabei die Erneuerung der Tartanbahn zu einer 400 Meter Rundlaufbahn und weiteren baulichen Maßnahmen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte voraussichtlich im Herbst alles in neuem Glanz erstrahlen.

Parallel zur Umgestaltung wird der sog. weißen Container abgerissen und neu errichtet. LSV-Vize Wolfgang Niewerth stellte anschaulich mit Hilfe eines Beamers das gewünschte Bauprojekt den Mitgliedern kurz vor. „Der Abriss des Containers wird in Eigenregie erfolgen, um die Kosten zu minimieren“, betonte der 2. Vorsitzende. Die Bauweise ist entweder aus Holz oder Mauerwerk, zudem werden die sanitären Anlagen komplett instandgesetzt sowie Umkleidekabinen für die Schulen und dem Verein und Räumlichkeiten für Sportgeräte und Werkzeuge geschaffen. Hilfreiche Unterstützung bekam der Integrationsklub für dieses Projekt bereits 2021 durch den damaligen Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Denn steigende Schüler- und Mitgliederzahlen lassen auf eine Instandsetzung hoffen.

Bei den Ehrungen freute sich Manfred Schwenck über die goldene Nadel und Urkunde für 60 Jahre Klubtreue, sein Vereinskamerad Rüdiger Burghardt wurde für fünf Jahrzehnte Vereinszugehörigkeit ebenfalls mit der goldenen Nadel und Urkunde ausgezeichnet. Fritz Juschkus und Manfred Schwenk nahmen ohne Marlies Gienke, die aus privaten Gründen fehlte, die Dankesurkunde für 15 Jahre unermüdlichen Einsatz in der Senioren-Freizeit-Abteilung aus den Händen von Manfred Schestak in Empfang. Zudem wurde Fritz Juschkus separat mit der silbernen Vereinsnadel (15 Jahre) ausgezeichnet. Des weiteren gaben die Delegierten einstimmig grünes Licht, dem 95-jährigen Otto Frahm die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Er ist einer der letzten Gründungsmitglieder aus der Fusion Freie Sportvereinigung Lüneburg und Hagener SV von vor 51 Jahren. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der erste Kassenwart von 1971 bis 1976 an der Jahreshauptversammlung nicht teilnehmen. Mit totaler Hingabe und Eifer hat Trainer Hasan Kaya die Fußballfrauenmannschaft geformt, die nach 20 Jahren Pause am 1. Juli 2021 wieder am Punktspielbetrieb teilnimmt. Als Dankeschön nahm er er aus den Händen von Klubchef Ralf Pagels das Buch „Der Schlüssel zum Spiel – Wie moderner Fußball funktioniert“ entgegen.

Im Beisein von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch wurden Manfred Schwenck (Mi.) und Rüdiger Burghardt (2. v. r.) geehrt. Mit dabei: Ralf Pagels (r.) und Manfred Schestak Foto: jb
LSV-Vize Wolfgang Niewerth stellt den Mitgliedern das Bauprojekt für den Container vor. Foto: jb
Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch Foto: jb
Der neue Vorsitzende Ralf Pagels Foto: jb
Frauenfußballtrainer Hasan Kaya (r.) freut sich über das Buch von Klubchef Ralf Pagels. Foto: jb
Einige Mitglieder mehr hätten es auf der Jahreshauptversammlung sein können. Vorne links: OB Claudia Kalisch und Uwe Nehring. Foto: jb
(Quelle: Landeszeitung - Ausgabe vom 12. Mai 2022)
Menü