Märchenhafte Tage

Von Bernd Rothardt

Die Deutsche Märchenstraße verläuft von Hanau in Hessen bis nach Bremen. An einem Abschnitt dieser Straße in Hessen war die Heimat der Gebrüder Grimm. Diese Region in Nordhessen, wo die Grimms den Großteil ihres Lebens verbrachten und ihre Märchen sammelten, war Ziel der diesjährigen Fünf-Tage-Fahrt der LSV-Senioren-Freizeit-Abteilung  (15. – 19. Juni 2026) 

Am Montag, dem 15. Juni machten sich um 9.30 Uhr 39 Senioren auf den Weg ins Weserbergland. Wie immer mit dem roten Bus und dem bewährten Team Klaus und Annegret Witte. Nach einer Frühstückspause unterwegs, bei der es wieder selbstgebackenen Stuten mit und ohne Leberwurst gab, wurde bald die Zwischenstation, das noch produzierende Fagus-Werk in Alfeld an der Leine, erreicht. Diese Fabrikanlage wurde 1911 vom Architekten Walter Gropius entworfen und steht als eines der ersten Beispiele der architektonischen Moderne seit 1946 unter Denkmalschutz. Seit Juni 2011 gehört die gesamte Fabrikanlage zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einer interessanten Führung durch die Anlage und einem kurzen Aufenthalt ging die Fahrt weiter.

Am Nachmittag wurde unser Ziel in Hessen, das Hotel Kronenhof in Oedelsheim, direkt an der Weser gelegen, erreicht und die „märchenhaften“ Zimmer bezogen. Denn die Zimmer haben neben der Zimmernummer auch noch eine zusätzliche Bezeichnung nach Märchenfiguren der Gebrüder Grimm; z. B.  107 – Schneewittchen oder 202 – Hänsel und Gretel und andere. Oedelsheim ist ein Ort in der Gemeinde Wesertal. Das ist eine Gemeinde im hessischen Landkreis Kassel, die zum 1. Januar 2020 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Oberweser und Wahlsburg entstanden ist.

Am Dienstag waren wir auf einer ganztägigen Rundfahrt, unter fachkundiger Reiseleitung vom Reiseleiter Herbert. Wir erlebten das Weserbergland, den Reinhardswald und den Solling. Dabei kamen wir durch drei Bundesländer – Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch ein Abstecher in die Fachwerkstadt Höxter (NRW) stand dabei auf dem Programm. Am Nachmittag besuchten wir noch die Ölmühle Solling und erfuhren dabei Interessantes über die Herstellung von Speiseölen.

Am nächsten Tag, Mittwoch, ging es in die Drei-Flüsse-Stadt Han.-Münden, auch bekannt durch den Dr. Eisenbarth, welcher hier am 11. November 1727 verstorben ist. Die dortigen drei Flüsse werden in einem Gedicht gewürdigt, was dem einen oder anderen noch bekannt sein dürfte: „Wo Werra sich und Fulda küssen sie ihren Namen büßen müssen – hier entsteht durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer, der Weserfluss.“  Auf dem einen der drei Flüsse, der Fulda, machten wir eine knapp zweistündige Schiffstour. Danach war noch Zeit, Hannoversch-Münden zu erkunden.

Donnerstag stand ein Tag in Oedelsheim, unserem Standquartier, auf dem Plan. Bei einem geführten Spaziergang, wieder mit Herbert, rund um den Ort lernten wir Wissenswertes aus der Region und über die Gebrüder Grimm kennen. Dabei erfolgte auch eine Weserüberquerung mit der „Gestiefelten Katerfähre“, eine Gierseilfähre. Nach einer Stärkung im Hotel, mit einem leckeren Eintopf, ging es mit der „Märchenbahn“ an der Weser entlang in den Nachbarort Gieselwerder.

Auf der Rückreise am Freitag gab es noch ein weiteres Highlight. Wir machten Station in Einbeck und besuchten dort aber nicht die Brauerei sondern den PS-Speicher. Der PS-Speicher ist ein Motorrad- und Automobil-Museum. Es beschreibt sich selbst als Erlebnisausstellung zur Entwicklung der individuellen Mobilität auf Rädern. Bei einer Führung lernten wir die einzelnen Epochen der Mobilität, von Beginn bis in die heutige Zeit, kennen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im „Einbecker Hof“ wurde dann die weitere Rückreise angetreten. Gegen 18 Uhr kehrten wir nach fünf ereignis- und erlebnisreichen Tagen wieder zu unserem Ausgangspunkt, dem Vereinsheim in der Schützenstraße, zurück.

Frühstück Fotos (6): Bernd Rothardt
Fagus-Werk
Höxter
Der Weserstein. Zusammenfluss von Fulda und Werra
Fähre Oedelsheim
Märchenbahn
LSV-Touristen am Speicher in Einbeck Foto: Klaus Witte