Lüneburger SV im Laufbereich in Niedersachsen auf dem Vormarsch

Jurek Odenbach Foto: nh

Von Dennis Lauterschlag

Seit gut zwei Jahren betreut Dennis Lauterschlag nun schon die Laufabteilung der Lüneburger SV. Eine Zeit, die den Verein in den Leichtathletik-Bestenlisten Niedersachsens weit nach vorne brachte. Die Bilanz der Laufgruppe kann sich sehen lassen. „Trotzdem ist es sehr schwer in Lüneburg, etwas Großes im Bereich der Leichtathletik aufzubauen“, resümiert Trainer Lauterschlag.

Angefangen hat alles mit der Frage: „In Lüneburg und seiner Umgebung sind etwa 180.000 Menschen zu Hause, aber es gibt keinen Läufer, der nur annähernd in die Niedersachsenspitze laufen kann. Kann das sein ?“ Viele kleine Regionen (Winsen, Uelzen usw.) haben dagegen gleich mehrere Spitzenathleten. Der begnadete Läufer Dennis Lauterschlag setzte sich also ein Ziel: Lüneburg sollte in den Laufszenen Niedersachsens und Norddeutschlands bekannter werden.

Der Trainer nahm seine Arbeit auf, und schon schnell stellten sich erste Erfolge ein. Der weiblichen Jugendmannschaft gelang es gleich zwei Jahre in Folge unter die Besten drei Teams in Niedersachsen zu laufen, die Mannschaft der jungen Frauen (U 23) wurde Siebter bei den Deutschen Meisterschaften im 10-km-Straßenlauf 2012 und erreichte die viertschnellste Zeit in Niedersachsen. Auch das Männerteam, welches unter die Top zehn über 10 km, die Top acht über den Halbmarathon und sogar unter die Top vier über Marathon in die niedersächsischen Bestenliste schaffte, war erfolgreich.

Auch im Einzel wurde plötzlich sehr viel mehr erreicht. Allen voran ist das Lüneburger Talent Jurek Odenbach zu nennen. Der 14-Jährige ist derzeit in Deutschland unter den besten Drei über 3.000 Meter. Bei den Damen schafften es 2012 mit Marie Trenkel (19) und Julia Moysich (22) gleich zwei unter die 30 besten Frauen Deutschlands. Es lief also doch etwas. 2012 war ein erfolgreiches Jahr.

Marie Trenkel (l.) und Julia Moysich Foto: nh

Trotzdem bleibt es schwer, Lüneburg im Bereich Laufen und Leichtathletik weiter voran zu bringen. Andere Sportarten wie beispielsweise Fußball sind so populär und so stark vertreten, dass vieles Andere verdrängt wird und man es schwer hat. „Leider ist auch die leistungsbezogene Leichtathletik eine Sportart, die zur Randerscheinung gehört, wobei der Volkslauf boomt“, erklärt Lauterschlag. Daher fehlen auch den Vereinen die Gelder und Sponsoren, um eine zielgerichtete Arbeit in der Leichtathletik durchzuführen. Leider trifft es auch wieder die Lüneburger SV, die nach Abdellah Hamoureis (jetzt Hamburger SV) nun auch sein Talent Jurek Odenbach Richtung LAC Berlin ziehen lassen muss. „Es ist sehr schade, wieder so ein Talent abgeben zu müssen, aber wir haben nicht die Möglichkeiten ihm das zu bieten, was er benötigt, um sich weiter zu entwickeln. Ich hoffe, dass sich dieses in den nächsten Jahren ändert und vielleicht durch Sponsoren noch mehr gefördert und aufgebaut werden kann.“

Lauterschlag beschreibt ein Problem, dass nicht nur die LSV betrifft. Viele andere Vereine in und um Lüneburg zeigen gute Arbeit, können den Athleten ab einem gewissen Punkt aber nicht im nötigen Rahmen weiterhelfen. Viele Sportler verschlägt es dann nach Hannover oder zur nahegelegenen LG Nordheide nach Winsen / L..

Dennis Lauterschlags Fazit fällt hoffnungsvoll aus: „Trotz aller Hindernisse haben wir hier in Lüneburg schon einiges in Bewegung gesetzt, und wir werden weiterarbeiten. Den bisherigen LSV-Sponsoren der Laufabteilung, insbesondere Laufladen Rainer Jahnke und der Volksbank Lüneburger Heide möchte ich in meinem Namen und im Namen aller LSV-Athleten einen großen Dank aussprechen und hoffe, dass wir weiter von Ihnen unterstützt werden, damit wir nicht mehr die Talente an die großen Klubs abgeben müssen.“ Damit es bald richtig „läuft“ in Lüneburg.

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