Heimatkunde par excellence

Vom bunten Hofnarr bis zum Geklapper von Adebar

Plattenburger Hofnarr Foto: jb
Die glückliche Oldiefamilie erfreut sich bei herrlichem Wetter im Storchendorf Rühstädt. Foto: jb
"Ackerbürgerin Mathilde" Foto: jb

Von Jens Burmester

Wittenberge / Lüneburg. Wohlfühlen und genießen konnten nach zehn Monaten rigoroser „Corona“-Pause 45 Oldies der Senioren-Freizeit-Abteilung im achtgrößten Stadtverein Lüneburger SV auf ihrer Tagesfahrt in den Nordwesten Brandenburgs, das größte der fünf  „neuen“ Bundesländer mit dem Ziel Wittenberge (14. Juli 2021).  Die Abfahrt am Vereinsheim war nicht gerade von Euphorie gesprägt, Regen sorgte kurzzeitig für hängende Köpfe, doch das Organisations-Team um Marlies Gienke, Moderator Fritz Juschkus und Manfred Schwenk päppelte die Senioren schnell wieder auf. Kurz vor Dömitz wurde eine kleine Pause eingelegt und siehe da: Lady Sunshine ließ grüßen.

Nach gut zwei Stunden Fahrtzeit erreichte Cheffahrer Klaus Witte die rund 18.000 Einwohner zählende amtsfreie Stadt im Landkreis Prignitz. Dort stieg der Plattenburger Hofnarr „Junker Jürgen“ in seinem bunten Kostüm zu. In die Rollen verschiedener Persönlichkeiten schlüpft mit bürgerlichem Namen Jürgen Schmidt, ein ausgebildeter Kultur- und Landschaftsführer und ehemaliger Lehrer, der seit gut 30 Jahren sein enormes fachliches Wissen u. a. über die Elbestadt und Umgebung oder die älteste noch erhaltene Wasserburg Norddeutschlands „Die Plattenburg“ vortrug. Seine fachliche und sachliche Kompetenz war nicht zu überbieten. Seit dem Mittelalter gibt es Wittenberge, die im Jahr 2000 auf ihr 700-jähriges Jubiläum zurückblicken konnte. Auch ein prominenter Schauspieler, bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, der einen grantligen Arzt spielt, fand bei den LSVern Aufmerksamkeit. Sein Name: Udo Schenk.

Besonders spannend war die Historie der Plattenburg, die erstmals 1319 urkundlich erwähnt wurde. Der Hofnarr zog alle Register seines Könnens und berichtete spannend, dass diese bis 1548 als Sommerresidenz der Havelberger Bischöfe diente. Und so nahmen die LSV-Tagesausflügler gern das Angebot an, sich in der Burg beispielsweise im Ritter- oder Ahnensaal umzuschauen.

Nach  dieser Exkursion ging es dann mit dem knallroten Reisebus u. a. nach Kuhblank, ein Rundlingsdorf und anschließend zum langersehnten Mittagessen ins Schloß Grube. Von dort ab übergab Jürgen Schmidt das Zepter an die seit 2009 tätige Gästeführerin Birgit Leppin, genannt „Ackerbürgerin Mathilde“. Die 57-Jährige gebürtige Wittenbergerin entführte die Oldies in die Wunderblutkirche St. Nikolai von Bad Wilsnack, die in zwei Bauphasen zwischen 1450 und 1520 entstand und gab einen Einblick in die Stadtpfarrkirche.

Als letztes Ausflugsziel an diesem Tag stand das beschauliche Dorf Rühstädt, Europas größtes Storchendorf mit derzeit 37 Storchenpaaren, auf dem Programm. Mit Spannung und Eifer verfolgten die Oldies aus der Hansestadt Lüneburg „Mathildes“ Darstellung über das Leben von Adebar, der sich im UNESCO-Biosphärenreservat der Flusslandschaft Elbe-Brandenburg heimisch fühlt. Hin und wieder hörte man das laute Geklapper der schwarz-weiß gefiederten Vögel. Nach all den großartigen Eindrücken erholte man sich bei Stachelbeer-, Käse- und Apfelkuchen sowie duftenden Kaffee im nahegelegenen Café. Danach hieß es Abschied nehmen. Ein wunderschöner Tag ging zu Ende. Über Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und Lüchow führte die Heimreise. Gegen 18.45 Uhr kamen die Senioren glücklich und zufrieden am Vereinsheim an der Schützenstraße 31 wieder an.

Schon jetzt freuen sie sich auf ein Wiedersehen, am 11. August, um 15.00 Uhr beim Kaffeetrinken im Klubheim bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein. Bis dahin heißt es: Ausruhen und Kräfte tanken !

Ohne Kommentar Foto: jb
Gut beschirmt in Wittenberge. Foto: jb
Der Hofnarr (l.) und "Ackerbürgerin Mathilde" (schwarz-weißes Kostüm) mit den LSV-Touristen auf der Plattenburg. Foto: jb
Blick in den Rittersaal im französischen Stil der Wasserburg. Foto: jb
Mittagessen im Garten des Schlosses Grube. Foto: jb
Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Foto: jb
"Ackerbürgerin Mathilde" beim Vortrag über die Wunderblutkirche. Foto: jb
Adebar bewacht sein Nest. Foto: jb
Zwei Störche ruhen sich in ihrem Horst aus. Foto: jb
Der Rundling im Ort Kuhblank mit Wiese und Kriegerdenkmal. Foto: jb
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