Weichen für Vereinsheim-Projekt vor 34 Jahren gestellt – Sportpark-Urheber Otto Ernst Schulz und Joachim Busse von Geburtstagsfeier begeistert
Von Jens Burmester
Die Wiedersehensfreude war nicht zu übersehen. Der damalige Vereinsvorsitzende Otto Ernst Schulz (1984 – 1999), sein Vize Joachim „Achim“ Busse (1992 – 1996), Ex-Oberbürgermeister Ulrich Mädge (1991 – 2021) ließen es sich nicht nehmen, an der Geburtstagsfeier anlässlich der Eröffnung des Vereinsheimes vor 30 Jahren in Erinnerungen zu schwelgen (2. August 2025). Günter Dammann, ehemaliger 2. Vorsitzender (1990 – 1992), musste leider aus privaten Gründen absagen, wünschte aber allen Beteiligten eine schöne Feier. Nicht zu vergessen Horst Salewski, der seinerzeit mit seiner Zimmerei für den Innenausbau verantwortlich zeichnete und Heiko Dörbaum als Mitglied des Sportausschusses der Stadt Lüneburg. 42 Mitglieder und Gäste, darunter der 1. Vorsitzende Enis Karahan, die Ehrenvorsitzenden Manfred Schestak und Ralf Pagels, Wolfgang Niewerth (2. Vorsitzender), Geschäftsstellenleiterin Petra Bahlinger (seit 1993), Schrift- (seit 1994) und Pressewart Jens Burmester (seit 1990), die Beisitzer im Vereinsvorstand Torsten Bahlinger, Jens Dömeland und Frank Paketuris, Schwimmabteilungsleiterin Britta Paketuris, ihre 2. stellv. Spartenleiterin Sabrina Schmidt und Trainerassistent Marcel Paketuris, Fritz Juschkus vom Organisations-Team der Senioren-Freizeit-Abteilung und 1995 Fußball-Kreisvorsitzender Lüneburg (1991 – 2007), Fußballlegende Thomas Burghardt sowie eine Abordnung des Schützenvereins Hagen (Nachbarverein der LSV) mit Präsident Thomas Meyn, zeigten sich respektvoll gegenüber den Initiatoren des Sportpark-Neubaus mit dem Planungsbeginn von vor 34 Jahren. Otto Ernst Schulz (81) und sein Bauleiter Joachim Busse (76), seit 15 Jahren Vereinssportleiter der Schützen, waren hellauf begeistert vom runden Ehrentag und fühlten sich pudelwohl.
„Ein besonders herzlicher Gruß geht an unsere Ehrengäste, die dieser Veranstaltung ihre besondere Würde verleihen: Otto Ernst Schulz, der ohne seinen Weitblick und mit Entschlossenheit dieses Heim wohl nie gebaut hätte; Joachim Busse, der als 2. Vorsitzender und Bauleiter den Bau mit großer Energie und Kompetenz begleitet hat; Ulrich Mädge, der unseren Verein stets wohlwollend unterstützt hat; Horst Salewski als langjähriges LSV-Mitglied und mit seinem handwerklichen Können seiner Zimmerei den Bau seine Handschrift verliehen hat und Heiko Dörbaum, der als damaliges Mitglied im Sportausschuss eine wichtige Stimme für uns war“, betonte Klubchef Enis Karahan. In seiner Eröffnungsrede machte das Vereinsoberhaupt deutlich, dass mit dem neuen Platz endlich ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des Miteinanders entstand. „Heute, 30 Jahre später, zählt unser Verein 514 Mitglieder, von jung bis alt. Und auch wenn sich manches verändert hat, ist eines gleich geblieben: Der Geist des Zusammenhalts, der Sport der Menschen verbindet und das Ehrenamt, das unser Fundament ist“, so Enis Karahan (41). Ex-Oberbürgermeister Ulrich Mädge, seit 1991 treues LSV-Mitglied, hob den Verein als Bindeglied zur Integration des Stadtteils Kaltenmoor hervor. „Der Integrationsgedanke ist das A und O. Insbesondere die Platzsituation ist momentan unerträglich. Wenn ich lese, dass 2027 mit der Fertigstellung der beiden Plätze erst zu rechnen ist, kann ich nur sagen: Viel zu spät. Damit gehen uns die Jugendlichen verloren. Dieser Verein ist nicht nur für 30 Jahre an diesem Standort vorgesehen sondern für weitere 30 Jahre und mehr. Der Auftrag des Vereins ist es, weiter nach vorne zu schauen“, so der 75-jährige ehemalige Verwaltungschef der Hansestadt Lüneburg.
Wie schnell doch die Zeit verging: 30 Jahre „Zum Sportpark“ – Drei Jahrzehnte Vereinsheim der Lüneburger SV am Standort Schützenstraße 31. Am 1. August 1995 erfolgte durch die beiden Vereinshelden die Eröffnung für die seinerzeit etwa 650 Mitglieder. Vier Jahre später wurde der heute 81-Jährige Initiator des Sportpark-Neubaus zum Ehrenvorsitzenden ernannt, genauer gesagt am 26. März 1999. Während des kleinen Festaktes wurde Rückschau gehalten, das Projekt detailliert beleuchtet, Bilder und Zeitungsartikel aus jener Zeit in einer gemütlichen und geselligen Runde in Augenschein genommen und eifrig geplaudert. Für´s leibliche Wohl war bestens gesorgt. Es gab Bratwurst sowie alkohol- und alkoholfreie Getränke. Langeweile war an diesem Tag ein Fremdwort.
Rückblick: Von der Gründung der LSV aus der Fusion Freie Sportvereinigung Lüneburg (FSL) und Hagener SV (HSV) 1971 bis zum Start des Projektes vergingen 20 Jahre. Als Otto Ernst Schulz am 9. März 1984 die „Amtsgeschäfte“ seines Vorgängers und LSV-Gründers Fritz Siebers als 1. Vorsitzender übernahm, lag das Thema Sportpark-Neubau noch in den Kinderschuhen. Auf der Jahreshauptversammlung am 12. April 1991 sprach Otto Ernst Schulz Klartext. „Ab 1. Juni 1991 liegt alles planungsfertig in der Schublade. Bis dahin sind alle Zuschussanträge an die entsprechenden Stellen raus. Nach der bisherigen Kostenrechnung wird sich das Projekt auf 950.000 Mark belaufen.“ Von Seiten der Stadt hoffte der mit rund 600 Mitgliedern viertgrößte Stadtverein innerhalb des Kreissportbundes auf einen Zuschuss in Höhe von rund 550.000 bis 600.000 Mark, an Landesmitteln erwartete man rund 200.000 Mark. Die Vereinsmittel betrugen etwa 150.000 Mark. Seinerzeit fand der LSV-Sportbetrieb in Kaltenmoor und auf den Sülzwiesen statt. „Wir hatten bisher eine Doppelbelastung durch die Trennung Kaltenmoor und Sülzwiesen, die wirtschaftlich nicht zu vertreten ist. Voraussetzung für eine Räumung des Platzes an den Sülzwiesen ist die Fertigstellung des Sportparks an der Schützenstraße“, betonte der 1. Vorsitzende auf der Mitgliederversammlung 1991. Otto Ernst Schulz Stellvertreter Günter Dammann machte deutlich: „Ich werde alles tun, damit das Projekt verwirklicht wird. Wir brauchen endlich einen festen Standort.“ Die Weichen für die Zukunft waren gestellt, der Sportpark nahm Formen an.
Dann kam die Jahreshauptversammlung vom 19. März 1993. Da fuhr Otto Ernst Schulz schwere Geschütze gegen die Stadt Lüneburg auf. Genervt fragte sich die damalige Führungsspitze: Wird die LSV zum Spielball zwischen Sportpolitik und Verwaltung ?“ Der Vorsitzende seinerzeit: „Die abgesprochenen protokollierten Punkte für den Neubau eines Sportparks auf dem vereinseigenen Gelände in Kaltenmoor werden seitens der Stadt zugunsten eines anderen Vereins umgeworfen. Ich meine damit den Umzug von den Sülzwiesen nach Kaltenmoor. Dies erfordert, dass die Gesamtheit Kaltenmoor fertiggestellt ist.“ Offenbar legten vor 32 Jahren Oberstadtdirektor Reiner Faulhaber & Co. dem Projekt Steine in den Weg. An die Adresse der Stadtoberen gerichtet, sagte LSV-Boss Otto Ernst Schulz: „Wir sollen 1994 den Sülzwiesenplatz an den VfL Lüneburg übergeben. Wir können den Platz an den VfL nicht übergeben, sondern nur an den Verpächter Stadt Lüneburg.“ Auch Schulz´ Vize Joachim Busse beklagte: „Die Eigenleistungen sind sehr hoch. Wenn ich die Beteiligung auf der heutigen Versammlung sehe, graut mir davor, unser Vereinsheim fertigzustellen. Wir brauchen jede Hand und jede Kraft, sonst läßt sich unser Projekt nicht verwirklichen.“ Für Mittwoch, 20. April 1994, lud der Vorstand alle Mitglieder, Interessierte, Förderer, Helfer und Ehemalige zu einem Treffen für den Bau des Vereinsheimes in die Kleingartenkolonie „Auf den Sandbergen“ (Dahlenburger Landstraße) ein. „Jeder ist aufgerufen, sonst ist dieses Projekt nicht zu packen“, appellierte Otto Ernst Schulz.
Nach drei Jahren Planung und zähen Verhandlungen konnte Otto Ernst Schulz auf der Mitgliederversammlung am 29. April 1994 verkünden, dass die letzten Gespräche mit dem Verwaltungschef Reiner Faulhaber und dem VfL Lüneburg erfolgreich verliefen. Insgesamt bereitete diese Maßnahme nicht nur eine Menge Arbeit sondern so manche schlaflose Nächte für den Vorsitzenden, letztendlich aber mit einem positiven Abschluss. „Was zusammengehört, muss zusammenwachsen“, sagte Otto Ernst Schulz seinerzeit. Ende 1994 wurden die Pforten an den Sülzwiesen für immer geschlossen. Die Trennung war Geschichte und die Förderung des Zusammenhalts hatte oberste Priorität. Bis heute.












