Alarmstufe Rot im NRV-Vorstand

Als im März 2025 der Untergang des Niedersächsischen Ringer-Verbandes (NRV) nach 78 Jahren gerade noch abgewendet werden konnte, zeigten sich die Vertreter der 23 Mitgliedsvereine auf dem 49. Verbandstag in Nienburg (Weser) zufrieden und blickten optimistisch nach vorne. Doch es dauerte nicht lange bis sich im NRV-Vorstand „dicke Luft“ breit machte. Der neugewählte Präsident Thomas Strauß (ASV Wilhelmshaven) als Nachfolger des zurückgetretenen Dimitrij Gaas (Meppen) und sein Vizepräsident Mark Dörner (SV Atter) bekamen sich wegen gravierender Unstimmigkeiten gewaltig in die Haare. Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu erfahren ist, sei Dörner bei den aktuell 27 NRV-Vereinen unbeliebt, insbesondere sein ausländerfeindliches Verhalten sei eine schwerwiegende Grenzüberschreitung. Außerdem verfolgt er Eigeninteressen und trifft Entscheidungen über den Kopf des Ringer-Chefs hinaus. Selbst Vizepräsident Miles Henschel (TSV Cluvenhagen) hat inzwischen das Handtuch geworfen. Diese gereizte Stimmung innerhalb des Verbandes ist auch bis zum Präsidenten des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) Jens-Peter Nettekoven in Dortmund durchgedrungen. Das zeigt: Alarmstufe Rot.

Kurzum: Momentan gärt es im NRV-Vorstand. „Wir werden einen Sonder-Verbandstag einberufen. Da wird es knallhart zugehen und alle Missstände rigoros aufgearbeitet. Ich werde Mark Dörner auffordern, sein Amt niederzulegen. Sollte er dennoch von der Versammlung wiedergewählt werden, ist für mich meine Amtszeit als Präsident sofort beendet. Sollte der Vorstand nicht mehr handlungsfähig sein, bleibt nur noch die Auflösung des NRV“, macht Thomas Strauß seinen Unmut Luft. Am 12. Januar 2026 warf Thomas Strauß das Handtuch und trat als NRV-Präsident zurück.

Der Verbandstag findet am Sonnabend, 25. April 2026, um 10.00 Uhr im Stadtteiltreff Atter (Karl-Barth-Str. 10) in Osnabrück, etwa 245 Kilometer von Lüneburg entfernt, statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung steht die Neuwahl des Vorstandes. (jb)

Da stimmte im März 2025 noch die Chemie zwischen NRV-Präsident Thomas Strauß (M.), Miles Henschel und Mark Dörner (r.). Foto: A / Johannes Görlitz / NRV