Oldies aufgepasst: „It´s Showtime !“

Von Jens Burmester

Vor sieben Monate endete die letzte 2025-Tagesfahrt der Senioren-Freizeit-Abteilung in Schwerin. Endlich war es wieder soweit. Sichtlich erfreut nahmen 41 Oldies der vor 43 Jahren gegründeten Sparte Platz im legendären roten Reisebus von Cheffahrer Klaus Witte und seiner Frau Annegret um in entspannter Atmosphäre auf den ersten Törn in das nördlichste deutsche Bundesland Schleswig-Holstein aufzubrechen. Das Ziel: Die etwa 110 Kilometer entfernte Kleinstadt Bad Segeberg mit seinen ca. 19.000 Einwohnern und den bekannten großen Segeberger See mit einer Länge von etwa 2,5 Kilometern. Fahrtzeit ca. 90 Minuten. Seniorenwart und Moderator Fritz Juschkus sowie Rita Dietrich und Bernd Rothardt (Oldie-Team) konnten es kaum erwarten, ihre „Familie“ vereint auf der Tour zu begleiten, nicht zu vergessen die Seniorenassistenten Bärbel Banse und Hannelore Mohaupt. Während der Reise gratulierte er Gisela Münzberg zu ihrem 90. Geburtstag. Alle sangen den berühmten Geburtstagssong „Happy Birthday to you …“ der amerikanischen Geschwister Mildred J. Hill und Patty Smith Hill.

Bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um 19 Grad Celsius dauerte es nicht lange, bis einer der sechs Stadtführer Frank Hunger-Krüske die Senioren:innen zu einer gut eineinhalbstündigen Stadtrundfahrt einlud und die Geschichte haarklein mit allen Daten und Fakten interessant und spannend vortrug. Dabei ging es teilweise durch schmale Straßen und Gassen, doch souverän und professionell steuerte Klaus Witte den Omnibus unfallfrei durch die City mit dem berühmten Kalkberg. Erster Haltepunkt war das Museum Segeberger Bürgerhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts als das älteste Haus der Kreisstadt bekannt wurde. Die LSV-Touristen machten sich im kleinen, aber feinen Heimatmuseum ein Bild über Bad Segeberg. Kurz darauf wanderten die Oldies einige Meter weiter in Richtung der ehemaligen Segeberger Synagoge und nahmen Platz auf einer langen, halbrunden Holzbank an diesem Gedenkort. Frank Hunger-Krüske erinnerte daran, dass in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 diese durch die Nazis geplündert wurde. Nach Kriegsende gab es in Bad Segeberg wenig jüdisches Leben bis am 8. November 2021 ein neuer Gedenkort von der jüdischen Gemeinde eröffnet wurde. Von dort nahm der Reisebus Kurs auf das Freilichttheater am Kalkberg. Dort finden seit 1952 die berühmten Karl-May-Spiele statt. In diesem Jahr vom 28. Juni bis 6. September. Premiere ist am 27. Juni (20.30 Uhr) mit dem neuen Karl-May-Abenteuer „Im Tal des Todes“, dass in Mexiko spielt. Auch wurden die JugendAkademie und die Rennkoppel wie es die Bad Segeberger nennen, also der Turnierplatz in der Reiterstadt, angesteuert. Pferde wohin man sah. Nicht zu vergessen das 1893 gegründete Unternehmen Möbel Kraft mit mehr als 2.000 Mitarbeitern. Der Standort in Bad Segeberg wurde kontinuierlich ausgebaut und feierte vor drei Jahren sein 130-jähriges Bestehen. Der Stadtführer informierte auch über die sechs Segeberger Kliniken mit jeweils einem Herzzentrum und Neurologischen Zentrum. Diese Kliniken sind im Familienbesitz und das größte private Klinikunternehmen Schleswig-Holsteins.

Nach all den beeindruckenden Bildern knurrte bei allen der Magen. Das Restaurant Ihlsee mit herrlichem Blick auf den 29 Hektar großen und etwa 21 Meter tiefen Gewässer, der zu den nährstoffarmen Seen in Schleswig-Holstein zählt. An den liebevoll gedeckten Tischen gab es ein sog. Bratkartoffelbuffet u. a. mit leckeren Kartoffelgratin, Schnitzel, Gemüse, Spargel, Kräuterbraten, Kasseler, Bratensauce, Lachs, alkohol- und alkoholfreie Getränke und als Nachspeise Eis. Die Mitarbeiter des Gastronomiebetriebes überraschten das Geburtstagskind Gisela Münzberg mit einer Eisbombe. Sie war total gerührt und fasziniert. Dann das Highlight des Nachmittags: Die Oldies wurden regelrecht „verzaubert“. Der Leiter der Sparkasse Südholstein in Bad Segeberg Kai Graeper hatte seinen Auftritt oder wie er kurz und prägnant sagte: „It´s Showtime“. Der 62-jährige gebürtige Bad Segeberger, dem schon als Kind der Zauberkasten in seinen Bann zog, brachte die Oldies unter dem Motto „Zauberei zum Mitmachen – Zauberei zum Mitlachen“ etwa 45 Minuten zum Staunen. Dabei lud er einige Senioren:innen auf die Showbühne, die bravourös mitzogen. Applaus en masse. Am Anfang hieß es: Sie brauchen ein Tuch und das ist rot. Und plötzlich verwandelte sich das rote in ein weißes Tuch. Wow. Nicht zu vergessen: Stopfen, stopfen, stopfen. Die Magie war atemberaubend. Kurz vor der Rückfahrt stärkten sich die Touris aus dem Integrationsverein Lüneburger SV mit frischem Kaffee und verschiedenen Kuchensorten. In seiner Schlußmoderation für diesen Tag machte Anchorman Fritz Juschkus auf die nächste Veranstaltung am Mittwoch, 13. Mai, um 15.00 Uhr im Versammlungsraum des Vereinsheimes aufmerksam: Der legendäre, gesprächsreiche, freudige und allseits beliebte Kaffeeklatsch. Bis dahin: Alles Gute !

"Verzauberte" die Oldies mit seinem perfekten Programm: Kai Graeper. Foto: jb
Seniorenwart und Moderator Fritz Juschkus hatte seine "Schäfchen" stets im Blick. Foto: jb
Annemarie Schenk, Bärbel Banse und Annegret Witte (v. l.) versorgen die Oldies mit Getränken. Foto: jb
Die LSV-Touristen beim Ausstieg vor dem Heimatmuseum in Bad Segeberg. Foto: jb
Stadtführer Frank Hunger-Krüske Foto: jb
Zauberer Kai Graeper in action. Foto: jb
Geburtstagskind Gisela Münzberg mit einer Eisbombe. Foto: jb
Blick auf den Eingangsbereich zum weltbekannten Freilichttheater am Kalkberg zu den Karl-May-Spielen. Foto: jb
Vereint an den Tischen zum Mittagessen im Restaurant Ihlsee: Die LSV-Touristen Foto: jb
Die Oldies haben Platz genommen am Gedenkort der ehemaligen Segeberger Synagoge (rechts: Frank Hunger-Krüske). Foto: jb
Magier Kai Graeper im Zauberrausch mit den Senioren:innen. Foto: jb
Ohne Worte. Foto: jb
Auf der Terrasse des Restaurants Ihlsee genießen die Oldies die Ruhe und das Ambiente am Ihlsee. Foto: jb