Fußball-Kreispokal: Finaltraum geplatzt

„Hausherrn“ zeigten souveräne Leistung trotz 0:3-Klatsche

Von Jens Burmester

Lüneburg. Das Halbfinale im Fußball-Kreispokal (28. August 2020) hatte es in sich: Eine ansehnliche und mitreißende Zuschauerkulisse, zwei Teams auf Augenhöhe, die aktuelle „Corona“-Verordnung des Landes Niedersachsen durch den Vorstand der Lüneburger SV als Gastgeber mit Hilfe wachsamer Augen von drei Security-Personen strikt eingehalten, ein Grillteam das keine Wünsche offen ließ und last but not least optimales Fußballwetter sorgten für unterhaltsame Stunden und eine friedliche Mission beider Fangruppen.

Die Partie zwischen der ersten Herrenmannschaft der Lüneburger SV (1. Kreisklasse) und Kreisligist SV Scharnebeck (SVS) zeigte keineswegs die Überlegenheit der Gäste aus der rund sechs Kilometer entfernten Hansestadt. Im Gegenteil: Es war kein Klassenunterschied zu erkennen. Durch Unaufmerksamkeit in der Abwehr geriet das LSV-Team um ihr Trainergespann Hüsa Sönmez und Alexander Gauk bereits in der fünften Spielminute durch Patrik-Fabian-Marcel Peters früh in Rückstand, doch der Kampfgeist überwog, auch wenn im ersten Abschnitt der Begegnung die Scharnebecker zwar bessere Chancen hatten, lieferten die „Hausherrn“ von der Ilmenau eine souveräne Leistung ab, sie brauchten sich nicht zu verstecken.

Nach der Teepause kassierten die Gastgeber bereits in der 46. Spielminute durch Vincent Lorenzen, dem Sohn des Scharnebecker Trainers, das zweite Tor, aber davon ließen sich die LSVer nicht beeindrucken, waren in der zweiten Halbzeit sogar feldüberlegen, spielten die SVS ein ums andere Mal „schwindelig“, doch am Ende wollte der Ball einfach nicht über die Torlinie. Und in der 90. Minute besiegelte der SVS-Spieler Christoph Fricke den 3:0-Endstand für seine Mannschaft. „Ein Unentschieden wäre für mein Team verdient gewesen, wir haben eine unglückliche Niederlage einstecken müssen“, machte LSV-Coach Hüsa Sönmez deutlich und gratulierte die SV Scharnebeck sportlich fair zum Sieg, die nun im Finale auf den TuS Erbstorf trifft, der mit 6:2 den VfL Suderburg II bezwang.

Die Partie wurde allerdings von Schiedsrichter Andreas Moldenhauer (TSV Mechtersen / Vögelsen) erst sechs Minuten später angepfiffen, und das hatte auch einen bewegenden Grund: Der 20-jährige Iraker Hussein Sharba wurde von Hüsa Sönmez und Alexander Gauk aus dem „alten“ Team der ersten Herrenmannschaft verabschiedet, da er zum Regionalligist Lüneburger SK wechselte. LSV-Trainer Hüsa Sönmez hielt eine flammende Rede auf den Offensivspieler. Dabei wies er auch auf die schwierigen Monate ohne Fußball hin und freute sich umso mehr, dass eine stattliche Zuschauerzahl an diesem Abend Stimmung verbreitete. Standing ovations sowohl von den Zusehern als auch den beiden Mannschaften.
Ein faires, dizipliniertes und temporeiches Spiel wurde den „hungrigen“ Zuschauern nach Monaten der Enthaltsamkeit wegen der „Corona“-Pandemie auf der Vereinsanlage der Lüneburger SV an der Schützenstraße geboten. Das Halbfinale wird den Fußballfans noch lange in Erinnerung bleiben.

Ergebnis: 0:3 (0:1)

SVS-Torschützen: Patrik-Fabian-Marcel Peters (5.), Vincent Lorenzen (46.), Christoph Fricke (90.)

Würdig wird Hussein Sharba (M.) von dem LSV-Trainer-Duo Hüsa Sönmez (r.) und Alexander Gauk verabschiedet. Foto: jb
5. Minute: LSV-Keeper Marvin Müller schaut dem 0:1 hinterher, Hasan Kaya kommt zu spät. Foto: jb
Beide Mannschaften nehmen Aufstellung (in rot: SV Scharnebeck) auf dem A-Platz der Lüneburger SV zusammen mit dem Schiedsrichter-Gespann. Foto: jb
Die vielen Zuschauer sind erfreut, dass sie das Kreispokal-Halbfinale zwischen der Lüneburger SV und SV Scharnebeck auf dem Vereinsgelände der Lüneburger SV sehen dürfen. Foto: jb
Im Strafraum der LSV herrscht in der 18. Spielminute Unruhe. Der Kasten von Marvin Müller bleibt gottlob sauber. Foto: jb
SVS-Akteur Jonas Koch (12) bremst Jan-Hendrik Weißbach unsanft aus. Foto: jb
Brenzlige Situation im Strafraum der LSV, doch der Ball geht nur knapp am Tor vorbei. Foto: jb
Gita Niewerth, Sylvia Klug, Petra und Torsten Bahlinger (v. r.) bildeten das Grillteam. Foto: jb
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