Sporttag im Zeichen der „Covid-19-Pandemie“

Marodes Laufbahnbild der LSV fand kaum Beachtung

Von Jens Burmester

Reppenstedt / Lüneburg. Die Eindämmung der „Corona“-Pandemie ist nach den Worten von Christian Röhling, Vorsitzender des Kreissportbundes Lüneburg (KSB), nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern hat auch oberste Priorität für die derzeit 160 Vereine mit rund 47.000 Mitgliedern. In völlig ungewohnter Umgebung lief der 46. Sporttag dieser Dachorganisation ab (7. Oktober 2020). Die Gellersenhalle in Reppenstedt, ansonsten Volleyball-Hochburg des Bundesligisten SVG Lüneburg, diente wegen dieser überdrüssigen Pandemie als Austragungsort. Delegierte aus nur 54 Vereinen fanden den Weg in die etwa 7.600 Einwohner zählende Gemeinde vor den Toren der Hansestadt Lüneburg. Ein trauriges Bild.

Harmonie und Eintracht kennzeichneten die Jahreshauptversammlung, allein die „Virus-Krise“ sorgte dafür, dass viele Klubs erst gar nicht vertreten waren. Die ansonsten umfangreiche Tagesordnung wurde auf 13 Punkte zusammengestaucht. Dem KSB-Chef war anzumerken, dass dieser Abend nichts mit der Normalität zu tun hatte. Die Delegierten saßen mit „Schnutenpulli“ (Schutzmaske) und den geforderten Mindestabstand brav in der Halle, mit Hilfe eines Beamers wurden Bilder projiziert, untermalt mit erklärenden Worten von Christian Röhling. Auf einem der Fotos war auch die völlig marode Tartanbahn der Lüneburger SV zu sehen. Seine Bildbeschreibung war allerdings nicht aufschlussreich, davon nahmen die anwesenden Vereinsvertreter so gut wie keine Notiz. Aufmerksamkeit hingegen erlangte Reiner Sonntag, Vorsitzender für die Sportjugend beim LSB. Er schwärmte förmlich von der hervorragenden Zusammenarbeit der 71 Stadt- und 101 Landkreis-Vereine. Eine Lobeshymne mit wenig Realitätssinn.
Auch Landrat Jens Böther wies in seiner Rede auf die Bedeutung des Sports in dieser Gesellschaft hin, nicht zu vergessen der soziale Aspekt. Gleichzeitig gab´s Applaus dafür, dass der Chef der Kreisverwaltung sich dafür entschuldigte, das ihm und seiner Behörde während dieser Krise auch Fehler unterliefen. Ein ungewöhnliches Bild von Politikern, die ansonsten das „reale Leben“ komplett ausblenden.
„Die vergangenen beiden Jahre haben uns neue Aufgabenstellungen beschert und wir können stolz sein, diese gemeinsam gemeistert zu haben: Inklusion, Integration, Zusammenarbeit mit diversen Partnern, Prävention, Rehabilitation, finanzielle Veränderungen und vieles mehr haben wir auf den Weg gebracht bzw. gefestigt“, freute sich  KSB-Vorsitzender Christian Röhling. Auch die Sportjugend wurde weiter ausgebaut, man arbeitet jetzt am „Status 2.0.“ „Durch immer weiteren Wechsel, bedingt durch Schule, Studium oder Arbeit wurde eine neue Struktur innerhalb der Sportjugend geschaffen“, betonte Röhling.
Holger Wozny, stellvertretender Vorsitzender für Finanzen und Organisation, gab zwar einen weitgehend zufriedenstellenden Bericht zu den Jahresrechnungen 2018 und 2019 ab, der Währungshüter von 160 Vereinen konnte nicht verhehlen, dass eine Beitragsanpassung in absehbarer Zeit erforderlich sei. Auch der Beschluss über die Haushalte 2021 / 2022 wurde von den anwesenden Delegierten einstimmig abgesegnet. Mit der 64-jährigen Jutta Gedrath (TuS Brietlingen) hat die KSB-Führungsriege jetzt eine neue stellvertretende Vorsitzende für die Vereins- und Verbandsentwicklung.

 

Blick in die Gellersenhalle Reppenstedt: Der Sporttag unter "Corona"-Bedingungen. Foto: jb
Reiner Sonntag, (Vorsitzender für die Sportjugend beim LSB | mit Mikrofon), zusammen mit den KSB-Vorstandsmitgliedern Jutta Gedrath (Vereins- und Verbandsentwicklung), Tanja Bartmann (Bildung), Melina Glor (Sportjugend), Holger Wozny (Finanzen) und Anke Frommann (Sportreferentin | v. l.). Ganz rechts: KSB-Geschäftsführerin Susanne Pöss Foto: jb
Ein Teil der völlig ruinierten Laufbahn auf dem Vereinsgelände der LSV. Foto: A/jb
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