Zehn Jahre Schwimmabteilung

Runder Geburtstag für eine „große Familie“

Von Jens Burmester

Lüneburg. Sechs Abteilungen bildeten das Gefüge in der Lüneburger SV (LSV) – das war vor genau zehn Jahren. Der Gedanke, eine siebte Sparte ins Leben zu rufen, reifte stetig. Und so blickten wir auf den 12. März 2010 zurück, die 39. Jahreshauptversammlung seit Gründung der LSV aus der Fusion FSL und Hagener SV stand an diesem Abend auf dem Programm. Für den damaligen 1. Vorsitzenden Ralf Pagels (35) war folgender Satz die Grundsteinlegung für die Schwimmabteilung: „Ich habe nie so richtig verstanden, wieso es diese Sparte aufgrund der Nähe zum Freibad Hagen nicht schon länger gibt.“

Unter der Leitung von Jan Orthey (31), der 1990 als Jugendlicher immerhin an deutschen Schwimmmeisterschaften teilnahm, standen von Mai bis September 2010 zumindest einmal die Woche Bahnen im Freibad Hagen zur Verfügung (18.00 bis 20.00 Uhr), ohne das Eintritt verlangt wurde. In dem seinerzeit neuen Sportbad (bei SaLü) wurden in den kühlen Monaten ebenfalls die Bahnen (17.00 bis 18.00 Uhr) gezogen. „Es bleibt bei den Vereinsbeiträgen. Geplant ist zunächst eine Jugendabteilung“, berichtete der Ex-Klubchef seinerzeit.

In den folgenden zwei Monaten setzte der Vorstand im Eiltempo den Aufbau der neuen Abteilung in Gange. So gaben dann LSV-Vereinschef Ralf Pagels, Abteilungsleiter und Trainer Jan Orthey, LSV-Vorstandsmitglied Jens Burmester und Dirk Günther, der gerade einmal zwei Jahre die Geschäftsführung der Salztherme Lüneburg (SaLü) inne hatte den Startschuss für die neue, siebte Abteilung des damals 170 Mitglieder großen Stadtvereins als einzigen Klub in den Stadtteilen Kaltenmoor und Neu Hagen. Die ersten Übungseinheiten wurden am Dienstag, 18. Mai 2010 absolviert.

Gut zwei Monate später trat der Verein am 15. Juli 2010 dem Kreisschwimmverband Lüneburg (KSVLG) bei – drei Jahre zuvor wurde die Dachorganisation des Schwimmsports gegründet, dem schon der MTV Treubund Lüneburg, VfL Lüneburg und TSV Adendorf angehörten, mit der Lüneburger SV war das Quartett dann komplett.
Die Aufnahme in den Landesschwimmverband Niedersachsen (LSN) erfolgte am 11. August 2010. Mit diesem Beitritt ist der Verein berechtigt, auch auf Landesebene an Wettkämpfen teilzunehmen.

Das die Verantwortlichen des Vereins mit der neuen Sparte einen Volltreffer landeten, zeigte sich an den wachsenden Mitgliederzahlen. Als dann Jan Orthey, der als Inhaber der Buchhandlung „Lünebuch“ gegenüber dem Lüneburger Marktplatz, aus beruflichen Gründen kürzer treten musste, konnte der Vereinsvorstand sich glücklich schätzen, das seine Verbindungen in der Schwimmszene unerlässlich waren. Und so zog er einen „dicken Fisch“ ans Land: Die Familie Frank und Britta Paketuris mit ihren Söhnen Nico und Marcel. Das schwimmerprobte Quartett ist im Lüneburger Schwimmmilieu bestens bekannt, und so wechselten sie von ihrem Ex-Verein MTV Treubund Lüneburg zur LSV – damit übernahm Britta Paketuris am 1. September 2011 die Abteilungsleitung – bis heute mit viel Engagement und Hingabe für ihren Sport. Sie ist seit Mai 2011 bereits als Trainerin aktiv.

Ihr ist es zu verdanken, das die Schwimmabteilung heute die größte der neun Sparten mit rund 146 Mitgliedern ist – bei stetigem Zuwachs. „Man glaubt gar nicht, wieviel Menschen nicht schwimmen können und wir helfen ihnen im lockeren Training die Scheu vom nassen Element zu nehmen und das Erlernte sicher umzusetzen“, betont jetzt Britta Paketuris.

Eine Geburtstagsfeier zum zehnjährigen Bestehen ist nicht geplant, allein die aktuelle „Corona“-Pandemie lässt ein solches Event gar nicht zu. Dennoch schwelgt man gerne in Erinnerungen und hofft, bald wieder das Open-Air-Training zu genießen. Kommt Zeit, kommt Rat – warten wir es ab !

Jan Orthey (r.), Wettkampfrichterin Karin Haseloff (l. neben Orthey) und Britta Paketuris (vor Haseloff) im Mai 2011. Foto: A/jb
So war´s vor zehn Jahren im Freibad Hagen: Jan Orthey, Dirk Günther und Jens Burmester (v. l.) geben den Startschuss für die neue Schwimmabteilung. Es fehlt auf dem Bild Ralf Pagels. Foto: A/martina schmoll
Abteilungsleiterin und Trainerin Britta Paketuris mit dem Nachwuchs im Bewegungsbecken. Foto: A/jb
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