Die Schönheit der Holsteinischen Schweiz

46 Senioren auf Plön-Trip – Faszination Großer Plöner See

Fürs Familienalbum: Die reisefreudigen Senioren der Lüneburger SV warten geduldig auf das Schiff am Anleger Dersau. Foto: jb
30 Minuten Pause an der Raststätte Buddikate Ost an der A 1. Die Oldies genießen den Zwischenstopp. Foto: jb

Von Jens Burmester

Plön / Lüneburg. Mit 28 Quadratkilometern ist er der größte See Schleswig-Holsteins und der Zehntgrößte Deutschlands: Der Große Plöner See. Südwestlich davon gelegen liegt die fast 9.000 Einwohner zählende Kreisstadt Plön in mitten der wunderschönen Holsteinischen Schweiz. Sie war das Ziel von 46 Oldies der Senioren-Freizeit-Abteilung der Lüneburger SV auf ihrer vorletzten Tagesfahrt in diesem Jahr (24. Juli 2019).

Wie immer hatten die reiselustigen LSV-Touristen prima Wetter erwischt, der Wettergott meinte es gut, vielleicht zu gut, denn Temperaturen um 30 Grad Celsius machten einem schon zu schaffen, aber die Urlaubstruppe von Marlies Gienke, Fritz Juschkus und Manfred Schwenk wurde mit zahlreichen grandiosen Impressionen auf diesem eindrucksvollen Abstecher in das nördlichste deutsche Bundesland belohnt.

Der feuerrote Reisebus, stets von dem versierten und beliebten Busfahrer Klaus Witte zielsicher gesteuert, setzte sich sogleich am Mittwochmorgen bei herrlichem Sonnenschein vom Vereinsheim der Lüneburger SV nach Schleswig-Holstein in Bewegung. Kurz hinter Lüneburg begrüßte Moderator Fritz Juschkus seine rüstige Truppe und war hocherfreut über den „Nachwuchs“ von vier neuen Mitgliedern, die er sogleich herzlich willkommen hieß. Applaus von den anderen Kameraden. Nach gut einer Stunde Fahrtzeit wurde an der Raststätte Buddikate Ost an der A 1 ein Zwischenstopp eingelegt. Klaus Witte und seine Frau Annegret servierten den Oldies einen frischen, duftenden Kaffee, der eine oder andere begab sich in die Raststätte auf der Suche nach Essbarem und wurde natürlich fündig, andere wiederum vertraten sich die Beine oder plauderten mit gleichgesinnten Vereinskameraden über diese oder jene gesellschaftlichen Themen.

Gegen 11.05 Uhr hieß es: Schiff, ahoi ! Am Anleger Dersau stach das 32 Meter lange und 1978 gebaute Fahrgastmotorschiff „Holsteinische Schweiz“ in See. In nur 35 Minuten schipperte das moderne Dreideckschiff, begleitet von einer Vielzahl von Wasservögeln, die im Naturschutzgebiet „Plöner See“ heimisch sind, zur rund zwei Kilometer langen Prinzeninsel, die im 19. Jahrhundert durch eine künstliche Absenkung des Wasserspiegels zur Halbinsel wurde. Nach der Ankunft nahm man Kurs auf das im 17. Jahrhundert erbaute Niedersächsische Bauernhaus, das sich am südlichen Ende der Insel befindet und heute als Gastwirtschaft dient. Dort stärkten sich die Oldies zum Mittag. Drei Gerichte standen zur Auswahl: Schweineschnitzel mit Kaisergemüse und Kroketten, Matjesfilet nach Hausfrauenart und Bratkartoffeln und das heimische Mahl Holsteiner Sauerfleisch mit Remoulade und Bratkartoffeln. Die Söhne des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., der die Insel erwarb, erlernten auf dem ehemaligen Bauernhof Grundkenntnisse der Landwirtschaft.

Um 13.35 Uhr legte der weiße „Dampfer“ wieder von der Prinzeninsel ab. Das Ziel: Plön. Dort am Anleger „Marktbrücke“ warteten bereits die Stadtführer Axel Langfeldt und Rolf Balk. In zwei Gruppen erfolgte eine geschichtsträchtige Stadtführung. Sie führte unter anderem zur 1691 im Barockstil errichtete Nikolaikirche, die 173 Jahre später durch einen Blitzschlag fast niederbrannte und im Stil der Neuromanik von 1866 bis 1868 wieder aufgebaut wurde, ferner zum Plöner Schloss, der früheren Residenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Plön, das seit Anfang 2002 der „Fielmann-Akademie“ gehört und als Ausbildungs- und Qualifizierungsstätte in der Augenoptik-Branche dient. Weitere Stationen waren das Rathaus oder die Innen- und Altstadt.

Nach dieser Plön-Exkursion sehnten sich alle nach ein wenig Gemütlichkeit, und die wurde prompt geboten. Um 16.15 Uhr nahmen die Oldies vom Anleger „Marktbrücke“ Abschied von der Kreisstadt, die auch als Standort der Marineunteroffizierschule bekannt ist. An Bord der „Holsteinsichen Schweiz“ wurde den Senioren aus der Hansestadt Lüneburg eine liebevolle Kaffeetafel mit einem Stück Torte und Kaffee satt geboten. Während der Schifffahrt richteten sich die Blicke nicht nur auf den Innenteil des Schiffes, die Seenlandschaft beeindruckte alle mächtig.

Prima gestärkt kamen die Oldies am Anleger Dersau wieder an. Von dort ging es in knapp drei Stunden (kurze Stauphase auf der A 1) wieder Richtung Heimat. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende, die vielen Eindrücke müssen die Senioren erst einmal verarbeiten, aber alle schwärmten von diesem schönen Tag. Jetzt werden drei Wochen Pause eingelegt, bevor am Mittwoch, 14. August, das allseits beliebte Sommerfest auf dem Programm steht.

Herrlicher Blick auf das Plöner Schloss (weißes Gebäude), die Nikolaikirche und die Stadt Plön. Foto: jb
Fritz Juschkus (vorne) freut sich mit seinen Oldies auf das Mittagessen. Foto: jb
Der reetgedeckte Speisesaal vis-à-vis dem Niedersächsischen Bauernhaus. Foto: jb
"Bitte einsteigen". Das Fahrgastmotorschiff "Holsteinische Schweiz" nimmt die LSV-Touristen an Bord. Foto: jb
Die "Holsteinische Schweiz" kommt. Foto: jb
Blick in die neuromanische Nikolaikirche von Plön. Foto: jb
Diese fünf Damen und drei Herren der Senioren-Freizeit-Abteilung entspannen auf dem Marktplatz. Foto: jb
Stadtführer Axel Langfeldt (hinten Mi. mit Namensschild am Revers) erwartet die Senioren zur Stadtführung. Foto: jb
Die Kaffeetafel eröffnet. Die "Oldies" an Bord des Schiffes genießen das Stück Torte und den Kaffee satt. Foto: jb
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