Bürgerschaftliches Engagement kennt kein Alter

Von Jens Burmester

Lüneburg. Um 19.23 Uhr war es soweit. Wir schreiben Donnerstag, 14. Dezember 2017. Am „Tag des Ehrenamtes“, der seit nunmehr 20 Jahren von der Hansestadt Lüneburg organisiert und durchgeführt wird, schlug die Stunde für Manfred Schwenk von der Senioren-Freizeit-Abteilung der Lüneburger SV. Bürgermeister Eduard Kolle rief seinen Namen auf, der 74-Jährige ging im festlich geschmückten Lüneburger Glockenhaus Richtung Rednerpult und nahm rechts von Kolle Aufstellung. In einer kleinen Laudatio würdigte das Gemeindeoberhaupt das Wirken von Schwenk.

104 Jahre hat die Lüneburger SV nun schon auf „dem Buckel“. Eine stolze Zahl. Viele Mitglieder und Verantwortliche, die maßgeblich am Aufbau des Vereins beteiligt waren, finden sich in der Ahnengalerie wieder. Umso erfreulicher ist, dass es nach den Neugründungen von FSL (Freie Sportvereinigung Lüneburg) 1945 und HSV (Hagener Sportverein) 1949 noch ein Mitglied gibt, dass in den 1950er-Jahren dem HSV beitrat: Eben Manfred Schwenk. Er ist ein Vereinskamerad, der sich nicht gerne in den Vordergrund drängt, sondern im Hintergrund bleibt und wenn nötig von dort agiert. Am 28. April 1943 in Oldershausen (Samtgemeinde Elbmarsch) geboren, fand er schnell den Weg zum Fußball und dem HSV. Manfred Schwenk erlebte als 28-Jähriger die Gründung der Lüneburger SV aus der Fusion FSL und HSV am 17. Juni 1971 mit.

Von nun an ist der sympathische, bescheidene und freundliche Sportkamerad ein LSVer. Ein Jahr zuvor kickte er noch in der ersten Fußball-Herrenmannschaft des Hagener SV unter dem damaligen Trainer Hans-Burkhard Stolle und spielte zudem 1984 im Altherren-Team der LSV.

Als 1983 die Senioren-Freizeit-Abteilung von dem früheren Vereinsvorsitzenden Fritz Siebers ins Leben gerufen wurde, nahm Manfred Schwenk Kontakt zu dieser Sparte auf. Ein Zeitsprung: Am 12. Dezember 2007 als Fritz Siebers zusammen mit Margret und Gustav Bleich zurücktrat, legte die Vereinsführung die Verantwortung für die Senioren-Freizeit-Sparte in jüngere Hände: Marlies Gienke, Fritz Juschkus und Manfred Schwenk. Bis heute ist der 74-Jährige eine tragende Säule dieser Abteilung. Stets hilfsbereit, voller Tatendrang und mit viel Engagement wirkt er seit dieser Zeit in der „Oldie-Familie“, ebenso seine Frau Monika. Manfred Schwenk ist auch ein großer Gönner dieses Vereins.

Und die Lüneburger SV kann stolz sein, ein solch verdientes Mitglied zu haben. Der Vorstand als auch die Senioren-Freizeit-Abteilung sagen: Danke, Manfred ! Weiter so, und bleib uns noch lange erhalten.

Vor Beginn des Ehrungsreigens begrüßte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge alle 58 Bürgerinnen und Bürger, stellvertretend für rund 78.000 Einwohner Lüneburgs, die sich ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. „Bürgerschaftliches Engagement kennt kein Alter“, betonte Mädge und lobte das uneigennützige Wirken aller zu Ehrenden. Gleichzeitig machte Ulrich Mädge deutlich, dass nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung jeder zweite Bundesbürger ehrenamtlich aktiv ist. Und der achte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Johannes Rau stellte zu Lebzeiten fest: „Eine Gesellschaft lebt von Treue und gegenseitigen Verpflichtungen, von Solidarität, von Engagement und Hingabe. Das taucht in keiner Effizienzrechnung auf, aber davon geht der Wärmestrom aus, von dem wir leben.“

Vor dem wunderschön geschmückten Christbaum im Lüneburger Glockenhaus freut sich Oberbürgermeister Ulrich Mädge über die Auszeichnung für LSVer Manfred Schwenk. Foto: jb
Bürgermeister Eduard Kolle würdigt die Verdienste von LSV-Urgestein Manfred Schwenk. Foto: jb
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